Iran 1979 – Ägypten 2012

Nach den anfangs vielversprechenden Ereignissen des Arabischen Frühlings seit 2010 ist der ‚Wechsel‘ in Ägypten nun vollzogen. An die Stelle des zurückgetretenen und verhafteten Diktators Husni Mubarak tritt nun, als gewählter Präsident, Muhammad Mursi. Soweit, sogut – aus einer Diktatur wird immerhin eine Demokratie, ein fortschrittlicher Akt. Ein schaler Beigeschmack stellt sich allerdings bei näherer Betrachtung des neuen Präsidenten ein: Mohammed Mursi ist Mitglied der Muslimbruderschaft, der Organisation, die den islamistischen Terror gegen Israel und den Fortschritt im Nahen Osten quasi begründet (1) und folgerichtig später die Hamas hervorgebracht hat. An Stelle eines faktisch alleinherrschenden Diktators tritt also im Zuge einer ‚Revolution‘ ein fundamentaler Islamist und mit ihm seine Organisation. Die Situation wirkt aus dem letzten Jahrhundert sattsam bekannt: Ayatolla Chomenei kam 1979 quasi auf dieselbe Weise im Iran an die Macht. Wenn nun Mohammed Mursi schon bei seiner Vereidigung verkündet, ‚die Revolution zu verteidigen‘ und ‚niemand außer Gott zu fürchten‘ und dabei von der Masse des Publikums nur durch ‚Allahu akbar‘-Rufe unterbrochen wird, mutet das mehr als bedenklich an und erinnert auf gruselige Weise an die Islamische Republik Iran. Die Vorstellung, dass in der momentan ohnehin massiv instabilen Lage im Nahen Osten ein weiteres, ähnliches, irrational handelndes und hassgeleitetes Regime auf den Plan tritt, macht Angst. Zurecht.

(1) Schon vor der Gründung des Staates Israel ’48 und vor allen militärischen Aktionen der arabischen Nachbarstaaten begannen die ‚Muslimbrüder‘ ’47 mit paramilitärischen Angriffen auf jüdische Siedler im britischen Mandatsgebiet ‚Palästina‘.


0 Antworten auf „Iran 1979 – Ägypten 2012“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


sieben + = sechzehn